Migrationsprüfung bei ERP-Transformationen
Consulting Auditing
Migrationsprüfung bei ERP-Transformationen
Daten zuverlässig transferieren. Risiken früh identifizieren. Produktivsetzung belastbar garantieren.
ERP-Migrationen gehören zu den sensibelsten Vorhaben im Rahmen der digitalen Transformation. Sie betreffen neben Systemen auch Prozesse, Schnittstellen, Berechtigungen und interne Kontrollen. Insbesondere bei ERP-Systemen, die für die Rechnungslegung relevant sind, entscheidet die Qualität der Migration darüber, ob Daten vollständig, korrekt und nachvollziehbar vom Altsystem in die neue Umgebung überführt werden können, und ob der spätere Regelbetrieb in fachlicher, technischer und regulatorischer Hinsicht belastbar bleibt. Für Unternehmen bedeutet dies: Eine erfolgreiche Migration ist nur dann gegeben, wenn Integrität, Konsistenz und Prüfbarkeit der übernommenen Daten nachweislich gewährleistet sind.
Wir unterstützen unsere Kunden dabei und positioniert uns genau an dieser Schnittstelle aus technischer Tiefe, strukturierter Analyse und praxisnaher Umsetzung.
Risiken einer ERP-Migration
In der Praxis liegen die wesentlichen Risiken einer ERP-Migration selten allein im Go-live selbst. Besonders kritisch sind fehlerhafte Mapping-Logiken, unvollständige Transformationen, inkonsistente Stamm- und Bewegungsdaten, falsch übernommene Steuerungsparameter sowie Test- und Freigabeprozesse mit unzureichender Dokumentation. Zudem haben ERP-Einführungen regelmäßig Auswirkungen auf Geschäftsprozesse, das IT-Kontrollsystem und die Produktivorganisation. Aus genau diesem Grund betrachtet das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.) die Implementierung, Anpassung und Erweiterung rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme als eigenständiges Prüfungsfeld, bei dem Projektrisiken, Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Kontrollaspekte fortlaufend zu beurteilen sind.
Prüfung nach IDW Standards
Für solche Vorhaben prüfen wir als zertifizierter IT-Auditor(IDW) ERP-Migrationen nach den anerkannten IDW-Standards, insbesondere nach IDW PS 850 n.F. und IDW PS 860. Hierbei regelt der IDW PS 850 n.F. die projektbegleitende Prüfung beim Einsatz von Informationstechnologie, während IDW PS 860 die IT-Prüfung außerhalb der Abschlussprüfung adressiert. Damit steht Unternehmen, Beratern und Prüfern ein belastbarer Rahmen zur Verfügung, um die vollständige und korrekte Übernahme der Daten vom alten in das neue ERP-System strukturiert und überprüfbar zu beurteilen.
Besonders relevant für ERP-Migrationen ist der IDW PS 850 n.F. in der Datenmigrationsphase. Der Standard verlangt ein belastbares Datenmigrationskonzept, in dem das Verfahren zur Übertragung der Altdaten, die Migrationstests sowie, bei abweichenden Datenstrukturen oder Formaten, das Vorgehen zur vollständigen und richtigen Anpassung beschrieben werden. Darüber hinaus ist zu beurteilen, ob die Datenstrukturen und -formate des alten und des neuen Systems richtig und vollständig erhoben wurden. Auf Basis der dokumentierten Testergebnisse ist zu prüfen, ob Migrationstests plangemäß durchgeführt wurden, ob neben den Altdaten auch die notwendigen Bewegungs- und Steuerungsdaten vollständig und richtig übernommen wurden und ob erkannte Fehler nachvollziehbar bereinigt und erneut getestet wurden. Der projektbegleitende Prüfer kontrolliert die Datenmigration zudem durch eigene Funktionstests. Genau dieser Prüfungsansatz macht aus einer technischen Migration eine belastbar abgesicherte Transformation.
IDW PS 860 ergänzt diesen Rahmen dort, wo ein abgegrenztes IT-System oder ein definierter Migrationsausschnitt außerhalb der Abschlussprüfung direkt geprüft werden soll. Der Standard unterscheidet zwischen der Prüfung einer Erklärung zum IT-System und der direkten IT-Prüfung. Diese kann jeweils als Angemessenheitsprüfung und darüber hinaus als Wirksamkeitsprüfung durchgeführt werden. Für ERP-Migrationen ist dies besonders wertvoll, wenn Unternehmen gezielt nachweisen möchten, dass eingerichtete Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen geeignet sind, definierte Kriterien einzuhalten, und dass diese im Prüfungszeitraum tatsächlich wirksam angewendet wurden. Damit eröffnet IDW PS 860 einen strukturierten Weg, um Migrations- und Kontrollmechanismen nicht nur konzeptionell, sondern auch in ihrer tatsächlichen Umsetzung verlässlich zu evaluieren.
Eine professionelle Migrationsprüfung betrachtet nicht nur Datensätze, sondern den gesamten Übernahmeprozess.
Im Fokus stehen die Vollständigkeit und Richtigkeit von Stamm-, Bewegungs- und Steuerungsdaten, die fachliche Plausibilität der Mapping- und Transformationsregeln, die Abstimmung von Salden, offenen Posten und Historienbeständen, die Konsistenz der Schnittstellen, die Nachvollziehbarkeit der Testdokumentation sowie die formale und fachliche Einsatzfreigabe vor der Produktivsetzung.
Der IDW PS 850 n.F. verknüpft die Datenmigrationsphase ausdrücklich mit Anforderungen an Tests, Fehlerbereinigung, Dokumentation und die Voraussetzungen für die Überführung in den Regelbetrieb. Für Unternehmen schafft dies eine klare Governance-Struktur, denn Migration wird nicht als einmaliger technischer Akt verstanden, sondern als kontrollierter, nachweisbarer und entscheidungsrelevanter Prozess.
Der Mehrwert einer Migrationsprüfung liegt auf mehreren Ebenen
Fachbereiche, Management, externe Prüfer und weitere Stakeholder erhalten eine unabhängige Beurteilung dazu, ob die Migration sachgerecht geplant, sauber getestet und kontrolliert umgesetzt wurde. Risiken können früh erkannt und noch vor der Produktivsetzung adressiert werden. Gleichzeitig verbessert eine strukturierte Migrationsprüfung die Entscheidungsgrundlage für Freigaben, stärkt das Vertrauen in die neue Systemlandschaft und reduziert das Risiko späterer Korrekturen im laufenden Betrieb.
Eben hier zeigt sich der Nutzen eines prüfungsnahen Beratungsansatzes: technische Umsetzung, regulatorisches Verständnis und pragmatische Projektsteuerung werden optimal miteinander verknüpft.
Fazit
Als Teil unseres Leistungsprofils verbinden wir fundierter Strategie, technische Tiefe und pragmatische, praxisnahe Umsetzung. Wir unterstützen nicht nur bei der Einführung neuer Systeme, sondern sichern auch die Qualität der Migration mit anerkannten Prüfungsmaßstäben ab. Eine Migrationsprüfung nach IDW PS 850 n.F. und IDW PS 860 schafft dafür einen belastbaren Rahmen und bedeutet für unsere Kunden mehr Sicherheit im Projekt, mehr Transparenz im Go-live und mehr Vertrauen in die Datenbasis des neuen ERP-Systems.
Dr. Patrick Bedué ist im IDW IT-Auditoren Verzeichnis gelistet: https://www.idw.de/caruso/idw/mitgliedschaft/verzeichnis-it-auditoren/